Hunt und Iffland diktieren Finalkrimi

Gary Hunt and Rhiannan Iffland
Der Brite verdient sich in Polignano a Mare den siebten Titel, die Australiern holt den Titelhattrick.

Gary Hunt und Rhiannan Iffland waren am besten, als am meisten auf dem Spiel stand. Beim grossen Saisonfinale der Red Bull Cliff Diving World Series 2018 in Polignano a Mare hielten sie der Konkurrenz stand und sicherten sich mit eindrücklichen Leistungen die Titel. Hunt erweiterte seine Rekordsammlung an Titel um einen weiteren – in der 10. Saison gab es für ihn die siebte King Kahekili-Trophäe. Auch Iffland machte sich vor 70'000 leidenschaftlichen Fans mit dem dritten World Series-Titel in Folge zur erfolgreichsten Klippenspringerin in der Geschichte des Sports.

Steven LoBue kam im Schlusswettkampf wie auch in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz, nachdem der Amerikaner das Zwischenklassement der Herren über weite Strecken der Saison angeführt hatte. Der heute an der italienischen Adriaküste drittplatzierte Jonathan Paredes konnte seinen Titel nicht verteidigen und beendete die World Series im dritten Rang.

Bei den Frauen gelang es den Titelkonkurrentinnen von Iffland nicht, ihre besten Leistungen abzurufen. Die Mexikanerin Adriana Jimenez schloss den Wettkampf auf dem vierten Rang ab und fiel damit in der Gesamtabrechnung auf den zweiten Platz zurück. Lysanne Richard kam heute auf den zweiten Platz und beendet damit die Saison als Gesamtdritte.

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Rhiannan Iffland springt in Polignano a Mare von der 21 m Plattform der Damen zum dritten World Series-Titel. Photo: Dean Treml/Red Bull Content Pool.

Bereits am ersten Wettkampftag übermittelte die 27-jährige Australierin der Konkurrenz eine klare Botschaft, als sie mit einem sensationellen Zweitrundensprung die Führung übernahm. Dieser brachte ihr zugleich den neuen Punkterekord für einen Einzelsprung von der 21 m Plattform. Elf Siege in 17 Wettkämpfen waren ihr noch nicht genug, denn die nun dreifache Titelhalterin erhöhte in der Folge auch noch die bisherige Bestmarke fürs grösste Punktetotal in einem Wettkampf.

„Ich bin gerade ein wenig sprachlos", sagte Iffland. „Ich kann es gar noch nicht richtig fassen, aber ich wusste, dass ich konstant gut springen musste. Ich wusste, dass ich alles geben muss. Das war das Einzige, woran ich dachte – raus auf die Plattform, mich selber sein und das tun, was ich kann."

„Es war ein guter Zug, die schwierigen Sprünge gestern zu machen. So blieb mir mehr Energie für heute. Aber die Zuschauer und Atmosphäre hier gab mir sowieso Kraft. Ich bin jedenfalls überglücklich. Ich liebe diesen Ort. Es ist speziell, da oben auf der Plattform zu stehen und alle diese leidenschaftlichen Fans zu sehen."

Mit zwei Siegen und einem zweiten Platz in fünf Wettkämpfen kam Jimenez wie bereits schon im 2017 auf den zweiten Gesamtrang. Die kanadische Sisikon-Gewinnerin Lysanne Richard komplettierte das Podium der Saisonwertung auf dem dritten Platz, nachdem sie ganz stark von einer einjährigen Verletzungspause zurückgekehrt war.

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70000 Fans zu Wasser und an Land verfolgten, wie sich Gary Hunt den siebten Titel in zehn Saison sicherte. Photo: Dean Treml/Red Bull Content Pool.

Bei den Männern siegte der 34-jährige Hunt in einem ebenso spannenden Finale – sein 34. Sieg in 72 Wettkämpfen. Der brillante Brite hatte kürzlich zur früheren Magie seiner sechs Titelgewinne zurückgefunden und drei Siege aneinandergereiht. Nach zwei Runden lag er hier ex aequo mit Titelkonkurrent LoBue klassiert, aber der Rekordmann behielt seine Nerven im Griff und übertrumpfte seinen Rivalen mit zwei wahlfreien Sprüngen, die hohe Punkte lieferten.

„Es fühlt sich ein wenig komisch an", meinte Hunt. „Ich habe mir selber verboten, mir diesen Moment auszumalen. Nach den Ereignissen im letzten Jahr wollte ich es nehmen, wie es kommt. Das es jetzt so herausgekommen ist, macht mich überglücklich. Diese Saison hat mich wirklich daran erinnert, wie sehr ich diesen Sport liebe."

„Das ist mein speziellster Saisongewinn. Was ich diesen Winter durchgemacht habe, war hart. Ich habe mich gefragt, warum und ob ich das noch will. Dann folgten ein paar schwierige Resultate gleich zu Beginn. Ich habe in diesem Jahr viel über mich selber gelernt und das macht alles sehr speziell."

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Die beiden stolzen Champions posieren in der Adria mit ihren King Kahekili-Trophäen. Photo: Romina Amato/Red Bull Content Pool.

Nachdem sich bei seinem Drittrundensprung Fehler eingeschlichen hatten, beendete Titelverteidiger Paredes sein achtes Jahr in der World Series auf dem dritten Gesamtrang. FINA High Diving Weltmeister LoBue beendete die Saison auf dem zweiten Platz – sein bislang bestes Ergebnis in der World Series.

Der letzte Wettkampf der Saison entschied ausserdem, wer den direkten Sprung fürs 2019 geschafft hat. Bei den Herren sind dies die vier Erstplatzierten der World Series 2018 sowie David Colturi, den sein Verletzungsstatus schützt. Bei den Frauen sind es die besten Vier, die sich automatisch fürs nächste Jahr qualifizieren.

Zwei weitere Plätze fürs gesetzte Starterfeld - eine Dame und ein Herr - werden nach Ende des FINA Weltcups im November vergeben. Die Vergabe der restlichen Plätze - vier Männer und eine Frau - geschieht schliesslich gemäss der Weltrangliste 2018.

Harte und herausforderungsvolle Wettkämpfe führten in dieser 10. World Series schliesslich zur bislang knappsten Entscheidung im Titelrennen. Dabei kehrte der Sport – der akrobatische Freifälle aus bis zu 27 m mit Geschwindigkeiten rund 85 km/h kombiniert – an eine Vielzahl der traditionsreichsten Wettkampforte zurück. In Erinnerung bleibt uns ein spezielles Jahr, das uns nach sieben Herren- und fünf Damenstopp zwei Jubiläumschampions gebracht hat.

Polignano a Mare Resultate:

MÄNNER
1. Gary Hunt GBR – 418.65 Punkte
2. Steven LoBue USA – 406.056
3. Jonathan Paredes MEX – 391.35
4 Michal Navratil CZE – 385.40
5. Constantin Popovici (W) ROU – 375.20
6. Andy Jones USA – 374.75
7. Alessandro De Rose ITA – 365.65
8. Kris Kolanus POL – 360.35
9. Blake Aldridge GBR – 354.10
10. Sergio Guzman (W) MEX – 350.45

FRAUEN
1. Rhiannan Iffland AUS – 342.25 Punkte
2. Lysanne Richard CAN – 294.35
3. Yana Nestsiarava BLR – 286.90
4. Adriana Jimenez MEX – 276.55
5. Jessica Macaulay (W) GBR – 268.70
6. Jacquline Valente (W) BRA – 247.75
7. Ginger Huber USA – 242.90
8. Xantheia Pennisi (W) AUS – 242.10
9. Antonina Vyshyvanova (W) UKR – 240.80
10. Maria Paula Quintero (W) COL – 229.60

Gesamtwertung

MÄNNER (nach 7 von 7 Stopps)
1. Gary Hunt GBR – 1010 Punkte
2. Steven LoBue USA – 950
3. Jonathan Paredes MEX – 790
4. Michal Navratil CZE – 680
5. Andy Jones USA – 570
6. Kris Kolanus POL – 520
7. Blake Aldridge GBR – 448
8. Alessandro De Rose ITA - 409
9. David Colturi USA - 330
10. Sergio Guzman (W) MEX – 300

FRAUEN (nach 5 von 5 Stopps)
1. Rhiannan Iffland AUS – 830 Punkte
2. Adriana Jimenez MEX – 760
3. Lysanne Richard CAN – 690
4. Jessica Macaulay (W) GBR – 600
5. Yana Nestsiarava BLR – 510
6. Ginger Huber USA – 320
7. Anna Bader GER – 220
8. Antonina Vyshyvanova (W) UKR – 160
9. Jacqueline Valente (W) BRA – 150
10. Xantheia Pennisi (W) AUS – 110

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