Cliff Diving Champions erkunden Patagonien

Rhiannan Iffland
Paredes und Iffland entdecken neue Absprungstellen an entlegenem See in Chile.

Bei ihrem letzten Besuch in Chile im 2017 sicherten sich der Mexikaner Jonathan Paredes und die Australierin Rhiannan Iffland ihre Gesamttitel. Nun kehrten die Beiden zurück nach Südamerika und vollzogen am zweitgrössten See im zentralen Patagonien die ersten Klippensprünge.

"Patagonien ist so ein einzigartiger Ort mit vielen fantastischen Stellen, wo wir springen können. Alleine schon hierhin zu kommen, ist faszinierend. Dass ich dann auch noch meine Leidenschaft für Reisen und Abenteuer mit Klippenspringen verbinden kann, macht es zur perfekten Kombination", sagt eine begeisterte Iffland über die aussergewöhnliche Klippensuche am Lago General Carrera.

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Paredes und Iffland hatten in Chile gut lachen. Photo: Dean Treml/Red Bull Content Pool.

Die 27-jährige Australierin konnte erneut eine äusserst gelungene Saison feiern. Zum krönenden Abschluss resultierte der dritte Titel in ebenso vielen Jahren. Damit stieg sie zur erfolgreichsten Springerin in der Geschichte dieses Sports auf. Der Mexikaner Paredes wiederum beendete die Saison im dritten Rang. Nun konnte der Rahmen für die letzten Sprünge des Jahres kaum spektakulärer sein: In der chilenischen Region Aysén warteten einzigartige, von Gletscherwasser umgebene Felsformationen.

"Es bedeutet mir sehr viel, in Patagonien zu sein. Es ist sehr speziell hier in Chile. Die Umgebung fasziniert mich: grosse Berge, dieser wunderschöne See und Natur so weit das Auge reicht. Ich bin sehr gespannt", sagte Paredes, der in dieser Gegend im 2017 Gary Hunt in letzter Sekunde den bereits sicher geglaubten Titel noch abjagen konnte.

Weiter meinte der Mexikaner: "Ich liebe es, an solch abgelegene Orte zu kommen, um nach neuen, einzigartigen Stellen zu suchen, die uns die Natur bereitgestellt hat. Das ist die wahre Schönheit unseres Sportes und was mir in Sachen Klippenspringen am meisten bedeutet."

Die beiden Athleten sprangen von Klippen südlich der einzigartigen, durch Wasser geschaffenen Marmorhöhlen in die chilenische Frühlingsluft. Nachdem die Berggipfel der Gegend noch schneebedeckt waren, überraschte die Wassertemperatur von lediglich sieben Grad kaum. Die Anreise erfolgte zunächst bei Boot von der Stadt Puerto Tranquilo aus. Dann kletterten Rhiannan und Paredes gesichert zur rund 20 Meter hohen Absprungstelle hoch.

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Die am Lago General Carrera gelegenen Marmorhöhlen Capillas De Marmol wussten zu faszinieren. Photo: Dean Treml/Red Bull Content Pool.

"Klippenspringen ist nicht einfach nur, auf der Klippe zu stehen. Es warten immer ein paar zusätzliche Herausforderungen auf dich. Zunächst einmal musst du überhaupt nach oben kommen und den Ort genau studieren, so dass alles sicher ist. Dann muss es natürlich auch schön sein da, wo du springst", erklärt Rhiannan. "Es war ziemlich kalt und Bedingungen eher schwierig. Dafür war die Genugtuung umso grösser und für uns beide eine bleibende Erinnerung."

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Eine erstaunliche Kulisse. Dean Treml/Red Bull Content Pool.

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Zum Abschluss gab es einen gemeinsamen Sprung ins Gletscherwasser. Photo: Dean Treml/Red Bull Content Pool.

Die Gegend liegt mehr als 2000 km südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Die Seen, Fjorde und Gletscher sind nur über hunderte Kilometer Schotterwege erreichbar. Doch wer einmal die Höhle betreten hat, bleibt ab aller naturgeschaffenen Schönheit sprachlos.

Nach den Sprüngen ins türkisblaue Wasser trainieren beide Athleten zuhause in wärmeren Breitengraden, um sich auf die kommende elfte Saison der Red Bull Cliff Diving World Series vorzubereiten. Ab Frühling 2019 geht's da wieder um nicht weniger als zwei Gesamttitel.